Krenzer"12 Jahre 12 Schicksale" im Geschichtsunterricht  

Zeittafel: 1933 Seite 1 von 13

NS-Regime Jehovas Zeugen
Januar Ernennung Hitlers zum Reichskanzler.  
Februar Auflösung des Reichstags.

Notverordnung "Zum Schutz von Volk und Staat" ("Reichstagsbrandverordung"): Ein-schränkung der Grundrechte.

März Reichstagswahl ergibt keine absolute Mehrheit für die NSDAP .

Einrichtung des "Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda" (unter Joseph Goebbels).

Bau des ersten KZ in Dachau.

"Ermächtigungsgesetz": Selbstausschaltung des Reichstags.

"Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich".

Die Weigerung an der Reichstagswahl teilzunehmen, führt an vielen Orten zu Schikanen und Misshandlungen.
April Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen.

"Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums": Berufsverbot für jüdische und regimekritische Beamte.

Verbot in Mecklenburg, Bayern, Sachsen, Hessen, Lippe, Thüringen.

24.843 Besucher bei der Feier des letzten Abendmahles; 19.268 "Verkündiger" am Missionsdienst beteiligt.

Zeitweise Besetzung des Büros und der Druckerei der Bibelforschervereinigung (IBV) in Magdeburg durch SA und Polizei.

Mai Zerschlagung der Gewerkschaften.

Bücherverbrennungen.

Verbot in Baden, Oldenburg, Braunschweig.
Juni Verbot der SPD, Selbstauflösung der DNVP. Verbot in Lübeck, Bremen, Hamburg, Preußen.

"Wilmersdorfer Erklärung": etwa 7000 Zeugen Jehovas verabschieden mehrheitlich auf einem Kongress eine "Erklärung", die die gegen ihre Organisation gerichteten Vorwürfe entkräften soll.

Zweite Besetzung des Hauptbüros in Magdeburg.

Juli Selbstauflösung von DVP und Zentrum: NSDAP einzige Partei in Deutschland,
die Neubildung von Parteien wird verboten.

Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan.

August Reichsstand der deutschen Industrie erklärt den Hitlergruß in Betrieben für verbindlich.

Meldung der Exil-SPD in Prag: ca. 45.000 Häftlinge sind in 65 KZ interniert.

Beschlagnahme und Vernichtung von 65 Tonnen Literatur aus dem Hauptbüro in Magdeburg.
September Gründung des Pfarrernotbunds (Martin Niemöller, Dietrich Bonhoeffer) gegen die Dominanz der "Deutschen Christen" in der Evangelischen Kirche.
Oktober Einführung des Eintopfsonntags zugunsten des neu gegründeten Winterhilfswerks.

"Schriftleitergesetz": Gleichschaltung der Presse.

Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund.

Besitz der IBV wird nach Intervention der US-Regierung wieder freigegeben.

Literatur muss nun aus dem Ausland beschafft und im Untergrund vervielfältigt werden.

November Reichstagswahl: Einheitswahlliste erhält über 90% der Stimmen.

"Deutsche Christen" fordern strikte Durchsetzung der Arierbestimmungen.

Gründung des Kultur- und Freizeitwerks "Kraft durch Freude".

Dezember "Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat": NSDAP wird Staatspartei. Nach einer Phase der Unsicherheit über den weiteren Kurs erscheint im "Wachtturm" der Artikel "Fürchtet euch nicht!", in dem die Haltung derer unterstützt wird, die sich trotz Verbots in kleinen Gruppen versammeln und das Predigtwerk heimlich fortsetzen.

 
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